150 Jahre Photogrammetrie - Ausstellung in der Freyburger Stadtkirche St.Marien.

Freyburg 21.06.2017 J.L.

Jahn Ehrenhalle, Kirche St. Marien.

Eine Ausstellung zum Jubiläum 150 Jahre Photogrammetrie in Deutschland wurde am Mittwoch in der Freyburger Stadtkirche St. Marien eröffnet.
Diese Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Vereines zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. des Freyburger Fremdenverkehrsvereines e.V.
der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt Schloss Neuenburg sowie der Stadt Freyburg.
Unterstützung kam auch von der Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei Freyburg, so überreichte vor kurzem Marketing Chefin Ilona Kaiser einen symbolischen Check an Freyburg's Bürgermeister Udo Mänicke. Er stammte aus den Erlösen der Kellerführungen zum Deutschen Sekttag im vergangenem Mai, diese Gelder werden jedes Jahr für ein lokales Projekt gespendet.
Der Eröffnung voran ging ein kleiner Festakt in der Jahn Ehrenhalle, nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Projektes durch Bürgermeister Udo Mänicke,
folgte ein Fachvortrag zu dem Erfinder der Photogrammetrie Albrecht Meydenbauer.
Dafür konnte der habilitierte Wissenschaftler Albrecht Grimm gewonnen werden, der sich seit längerem mit dem Thema der Photogrammetrie im Zusammenhang mit Albrecht Meydenbauer beschäftigt.
Nach diesem Vortrag wurde mit einem offiziellem Banddurchschnitt durch Udo Mänicke die Ausstellung in der Stadtkirche offiziell eröffnet.
In Freyburg wurden zum ersten Mal im Juni 1867 durch Albrecht Meydenbauer (1834 - 1921) Fotos (Messbilder) von der Stadtkirche aufgenommen.
Diese waren exakt geplante Aufnahmen sie dienten nicht nur der reinen fotografischen Dokumentation.
Auf jedem Messbild befand sich ein Fadenkreuz, bestehend aus Horizontal- und Vertikallinie.
Meydenbauer wollte aus diesen perspektivischen Bildern orthographische Projektionen erstellen.
Seine Idee war revolutionär so konnte er mittels Fotografien und entsprechenden mathematischen Berechnungen exakte Grund- und Aufrisspläne zeichnen.
Als 33 jähriger überzeugte Meydenbauer preußische Ministerien davon diese Idee auch in Deutschland umzusetzen.
Das Kriegsministerium förderte die "Terrainprobe" - ausgewählt wurde Freyburg mit (Zitat) "einem breiten Talkessel mit ziemlich steilen Hängen,
in welchem überdies alle möglichen Situationsgegenstände zusammengedrängt sind", Meydenbauer nahm von 6 verschiedenen Standorten 22 Fotos der Stadt und Umgebung auf.
Aus vier dieser Fotos entstand das vermutlich früheste erhaltene Panoramafoto der Welt.
Das Handelsministerunm förderte die Aufnahmen zu einer "Architekturprobe" - ausgewählt wurde die Freyburger Stadtkirche St.Marien, hier entstanden 5 Außen- und 4 Innenanscichten.
Ein Foto und die Aufrisszeichnung sind noch erhalten und in der Ausstellung auch zu sehen.
Damit ist die Freyburger Stadtkirche das erste photogrammetrisch aufgenommene Denkmal in Deutschland.
Die Ausstellung ist bis zum 31.Oktober 2017 zu sehen, geöffnet Mo - Fr von 10 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr sowie Sa, So und Feiertags 14 - 16 Uhr.

Quellenangabe: Vortrag A.Grimm.

Mehr Infos gibt es hier:

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